Wetterlexikon
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Hoehentrog

Höhentrog

In der Meteorologie wird die Bezeichnung "Höhentrog" für ein Gebilde tiefen Luftdrucks in höheren Troposphärenschichten (abgesenkte Luftdruckflächen) verwendet. Dieser Begriff wurde (analog der Bezeichnung "Trog") eingeführt, weil die zugehörige Isolinienführung (hier als Isohypsen, Linien gleicher geopotenzieller Höhe) in Wetterkarten (Höhenanalysen) zumindest bei stark gekrümmten Linien an die Form eines Futtertrogs (siehe Abbildung) erinnert.

Ein Höhentrog ist mit Kaltluft angefüllt, welche auf Grund ihres Gewichtes die in dieser Höhe und darunter liegenden Luftschichten zusammengedrückt. Dabei sinken die Druckflächen in der Höhe ab und es entsteht dort eine Zone tiefen Luftdrucks. Die in den Wetterkarten (Höhenanlysen) den Bereich von Höhentrögen kennzeichnenden Isohypsen sind zyklonal gekrümmt. Diese Zyklonalität unterstützt das Auftreten konvektive Bewölkung, die u.U. mit Schauern und/oder Gewittern verbunden sein kann.

Ein Höhentrog bildet (zusammen mit einem vorgelagerten oder nachfolgenden Höhenhochkeil (Höhenrücken)) eine Welle in der troposphärischen Höhenströmung aus, die zumeist von West nach Ost wandert. Höhentröge können, von den mittleren und polaren Breiten ausgehend bis weit in subtropische -ja sogar tropische- Breiten reichen. Mit dem damit verbundenen Luftmassenaustausch (in der o.a. Bewegungsrichtung des Troges: trogvorderseitig großräumiger Warmlufttransport nach Norden, trogrückseitig großräumiger Kaltlufttransport nach Süden) wird auch ein Lufttemperaturausgleich erreicht.

Somit spielen Höhentröge eine wichtige Rolle beim Lufttemperaturausgleich zwischen den höheren und den niederen geografischen Breiten auf unserer Erde, denn nur einstrahlungsbedingt müsste es z.B. über Europa im Jahresmittel viel kälter sein, als es gegenwärtig beobachtet wird (auch unter Berücksichtigung des Einflusses des Golfstromes).

Der erwähnte großräumige meridionale Luftmassentransport ist hauptsächlich die Folge der Ausbildung langwelliger Höhentröge, die im Halbjahresmittel, bedingt durch die Land-Meer-Verteilung der Erde, gehäuft in bestimmten Regionen des Planeten auftreten. So dominieren z.B. im Winterhalbjahr auf der Erd-Nordhalbkugel langwellige Höhentröge über Ostasien und über Ostamerika (sekundär auch über Europa).
Im Nordsommer existieren sie in schwächer ausgeprägter Form über folgenden Längengraden der Erde: 10° östl. Länge, 90°östl. Länge, 160° westl. Länge, 70° westl. Länge.

Es kann auch zur Ausbildung kurzwelliger Höhentröge kommen, die sich im allgemeinen viel schneller mit der Höhenströmung verlagern als die langwelligen. Insbesondere in ihrem Einflussbereich kommt es fast immer zu den o.a. intensiven Wettererscheinungen. Solche kurzwelligen Höhentröge können sich über einer meridionalen Kaltluftströmung (z.B. auch auf der Rückseite eines langwelligen Höhentroges oder auf der Rückseite eines in östliche Richtung ziehenden Bodentiefs) entwickeln.

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